Am Abgrund

Der Bahnhof Hohenzollerndamm ist ein Gebäude, das für den Fußverkehr gebaut wurde. Nur wer sich ihm langsam nähert und dabei die parallaktische Verschiebung seiner Glieder beachtet, kann seinen Witz verstehen. 1910, im Jahr seiner Eröffnung, war diese Art der Annäherung selbstverständlich. Damals befuhren nicht einmal Straßenbahnen die breite Straße. Sie gehörte ganz den Droschken, Fahrrädern … Weiterlesen Am Abgrund

Trümmerturm

Ruinen sind stets doppelt lesbar. Einerseits kann man sich daran versuchen, ihre Zerstörung zumindest in Gedanken durch die Ergänzung der fehlenden Bauteile zurückzunehmen, um ihre ursprüngliche Ganzheit zu rekonstituieren. Genauso ist es aber auch möglich, die zufällige Gestalt der architektonischen Reste als neue Ordnung anzuerkennen. Denn obgleich die amorphen Strukturen meist unter Missachtung ästhetischer Maßstäbe … Weiterlesen Trümmerturm

Kraterlandschaft

Albert Speer hatte beim Entwerfen seiner Bauten nicht zuletzt deren ästhetischen Ruinenwert im Blick. Er strebte eine Architektur an, die im Verfallszustand nach dem Untergang des „Tausendjährigen Reiches“ ein ähnlich erhabenes Bild abgeben würde wie die Hinterlassenschaften der Antike. Deshalb betrachtete er Stahlbeton anfänglich als minderwertigen Baustoff. Bröseliger, mit rostigen Moniereisen zerfaserter Kunststein schien nicht … Weiterlesen Kraterlandschaft

Zerbrechlichkeit

Die Bayerische hoch. Olivaer Platz. Und weiter zum Kurfürstendamm 185/Wielandstraße 23. Ein weißer Mietpalast mit Wohnturm als definierendem Bauteil. Wir kommen oft hier vorbei, denn es ist unser liebstes Haus in der Straße. Vieles, was uns in der Vergangenheit zum wilhelminischen Mietshaus eingefallen ist, haben wir versucht, an diesem Gebäude festzumachen. Nur das Wenigste hat … Weiterlesen Zerbrechlichkeit